Hausbesuche im Wochenbett

Die Ankunft eines Kindes bringt tiefgreifende Veränderungen auf verschiedenen Ebenen mit sich.
Das Baby hat im Bauch viele Monate ununterbrochen Geborgenheit und Versorgung durch die Mutter erfahren. Nun übernimmt es vieles selbst, z. B. Atmung, Nahrungsaufnahme, Verdauung, Aussscheidung, Wärmeregulation und das Verarbeiten von Eindrücken. Dazu braucht es Sicherheit, Ruhe und Körperkontakt, um sich langsam vom Bauch zu entwöhnen.
Auch bei der Mutter finden innere und äußere Umstellungsprozesse statt, z. B. Gebärmutterrückbildung, Wundheilung, Milchbildung, Hormonveränderung und das (Neu-) Finden der Mutterrolle.
Dazu braucht sie (Bett-) Ruhe, Entlastung von alltäglichen Arbeiten und liebevolles Umsorgtwerden.
Für den Vater wird sein Kind be-greifbarer und er kann direkten Kontakt aufnehmen über z. B. Tragen, Schmusen, Wickeln.

Wir ermutigen Familien, die Zeit des Wochenbettes auf diese Art zu verbringen und zu nutzen und wir erleben es als sinnvoll, schon in der Schwangerschaft darüber zu sprechen, welche Rahmenbedingungen planbar sind.

Die Hebamme kommt in den ersten 10 Lebenstagen täglich zu der Familie und begleitet sie bis zu 8 Wochen nach der Geburt. Die Betreuung umfaßt körperliche Aspekte und den Prozeß des Familie - Werdens.

Stillende Mutter Wir kümmern uns um
  • Anleitung im Umgang mit dem Neugeborenen und Körperpflege
  • Beobachtung von Gewichtsverlauf, Nabelabheilung und evtl. Neugeborenengelbsucht etc.
  • Blutentnahme für den Stoffwechseltest
  • Praktische Unterstützung des Stillens / Ernährung des Kindes
  • Ernährung der Mutter
  • Rückbildungsvorgänge bei der Mutter
  • Wochenbettgymnastik
Außerdem geht es oft um
  • Besprechung des Geburtserlebnisses
  • Bedürfnisse des Kindes wahrnehmen und seine Reizverarbeitung verstehen
  • Schlafgewohnheiten und Rhythmus
  • Familienalltag mit Geschwistern
  • Welcher und wieviel Besuch tut gut?
  • Brauchen wir Entlastung in praktischen Dingen, z. B. Haushalt, Kinderbetreuung, Botengänge?
  • Können wir unser Kind verwöhnen?
  • Umgang mit Schreien
  • Veränderung der Paarbeziehung
  • Kommunikation...
  • Begleitung während des Babyblues / der Heultage und evtl. Abgrenzung zur Wochenbettdepression
  • Sexualität und Verhütung