Geburt von Anne



Anne Am 07.01.2005 um 4.21 Uhr machte Anne, unsere Tochter, ihren ersten Atemzug. Wo? Zuhause! Darüber bin ich unwahrscheinlich glücklich.

Hätte man mir das vor einem Jahr prophezeit, hätte ich nur gelacht. Dass es doch so kam, verdanke ich einer Handvoll Menschen, die den Samen in mir immer ein bisschen gossen und über Monate wuchs da ein richtig fester Entschluss.

Ja aber was ist, wenn....?" Natürlich haben wir uns darüber auch Gedanken gemacht und Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen. Aber ich denke, Frauen besitzen von Natur aus die Fähigkeit zu gebären und falls es Anzeichen auf Komplikationen gibt, vertrauten wir darauf, dass Hilde diese erkennt und wir dann immer noch ins Krankenhaus fahren können.

Damit Hilde die Entwicklung des Babys mitverfolgen kann, wollte ich zuerst die Vorsorgetermine aufteilen. Einen Termin beim Gynäkologen und den nächsten bei ihr, immer im Wechsel. Doch schon nach dem ersten Vorsorgetermin bei ihr, war ich so begeistert, dass ich ab diesem Zeitpunkt (6. Monat) nur noch zu ihr ging. Die Zeit, die sich Hilde nahm und die Gespräche, die sich dadurch ermöglichten, stärkten mein Vertrauen in die Natur und in meine eigenen Fähigkeiten.

Beim Geburtsvorbereitungskurs, ein Kurs für Paare, wurden wir noch mit entsprechendem Wissen über den Ablauf und die Vorgänge während einer Geburt versorgt - was passiert und warum ist das so. Nach diesen Terminen, gingen wir jede Woche gestärkt nach Hause - eine Hausgeburt war absolut das Richtige für uns.

Die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung habe ich dann auch noch von Hilde machen lassen, schließlich ließen sich die Termine dann auch schön kombinieren.

Als es dann soweit war - ein Blasensprung mitten in der Nacht, war ich doch sehr erleichtert, zu wissen, an wen ich mich jetzt wenden kann. Schließlich ist es unser erstes Kind und dementsprechend war ich schon ein bisschen aufgeregt, dass es jetzt endlich soweit war. Nach dem Telefonat mit Hilde, entspannte ich mich wieder und ging noch mal ins Bett. Der weitere Verlauf der Geburt gestaltete sich zäh. Die Wehen wollten nicht so recht an Qualität gewinnen. Morgens nahm ich ein warmes Bad, mittags gingen wir spazieren, massierten den Bauch, benutzten Duftöl usw. Dann kamen zwar die Wehen, aber der Muttermund wollte nicht aufgehen. Es zog sich noch die ganze Nacht hin. Hilde betreute mich während dieser Zeit noch homöopathisch. Als ich dann fühlte, dass sich endlich etwas vorwärtsbewegt, kam die Energie wieder und dann dauerte es auch nicht mehr lange bis das Köpfchen kam und unsere Tochter geboren wurde. Annette wurde als zweite Hebamme zwar angerufen, als ich begonnen hatte mitzuschieben, aber sie hatte nicht mehr die Gelegenheit die Geburt mitzuerleben. Doch es gab auch danach noch genug für sie zu tun.

Gegen Morgen war Frühstück angesagt, wir waren alle völlig erschöpft und ausgehungert. Ich glaube, es war 8.30 Uhr bis Hilde das Haus verließ und überglückliche Eltern, ein zufriedenes lebenslustiges Kind, ein oder zwei Maschinen Wäsche und einen Eimer Müll zurückließ. Von da an schaute sie jeden Tag nach uns, stand uns während der Nachsorge mit Rat und Tat zur Seite. Wir haben uns täglich auf ihr Kommen gefreut, schließlich gehörte sie einfach dazu, zu unserem Familienglück. Ich habe die Geburt als etwas sehr intimes empfunden und das verbindet schon sehr.

Und jetzt wo Anne da ist, kann ich nur bestätigen, was uns Hilde im Vorfeld schon gesagt hat. Die Geburtsarbeit muss man selber leisten und da hat wohl auch jede Frau ihre eigene Geschichte. Aber man kann versuchen sich die optimalen Voraussetzungen zu schaffen. Für uns war dies zuhause, das ist der Ort an dem ich mich am wohlsten fühle, wo nichts mich ablenkt oder stört, wo ich keine Rücksicht auf andere nehmen muss, sondern mich komplett auf mich konzentrieren kann. Doch das Wichtigste für mich war, zu wissen, wer mir bei der Geburt zur Seite steht und zwar so lange wie die Geburt eben dauert und nicht die Schicht im Krankenhaus.

Anne Ich weiß nicht, wie es in einem Krankenhaus verlaufen wäre, aber ehrlich gesagt, bin ich sehr froh darüber. So wie es war, war es gut und richtig für uns.

Zum Schluss noch tausend Dank an den Mann an meiner Seite, der diese Entscheidung voll und ganz mitgetragen hat, an Clemens, der mir den wunderbaren Kontakt zur Hebammen-Praxis "WillKommen" vermittelt hat, an Sandra, die am Telefon erste Überzeugungsarbeit leisten musste, an Annette, die für Hilde jederzeit eingesprungen wäre und die bei der Geburt das 2. Paar Hände war und natürlich an Hilde, deren liebevolle Hände unsere Anne in der Welt "WillKommen" hießen.