Annikas Geburt



Das mein Kind bei einer Hausgeburt zur Welt kommen wird war für mich schon klar bevor ich schwanger war. Bei meinen Mann musste ich da schon einiges an Überzeugungsarbeit leisten, für ihm war eine Hausgeburt nicht so selbstverständlich wie für mich als Niederländerin. Was mich allerdings geschockt hat ist wie schwer es hier in Deutschland ist Betreuung für eine Hausgeburt zu finden, und wie viele oft sehr komische Vorurteile die Leute bezüglich dieses Themas haben. Von meine erste Schwangerschaft in den Niederlanden kannte ich es nur so das jede Hebamme die Vorsorge Untersuchungen mache und Hausgeburten betreut. Und das Familie, Freunde und Bekannten einfach davon ausgehen das es eine Hausgeburt wird wenn es keine Komplikationen gibt. Nach langem suchen sind wir dann bei euch gelandet und haben Hilde kennen gelernt.

Die Vorsorge Untersuchungen zuhause waren herrlich entspannt und Hilde war für all unsere noch so unbedeutenden Fragen da. Wenn mein Mann noch irgendwelche Zweifel hatte konnte sie ihm die immer nehmen.

Nach genau 40 Wochen ging es dann endlich los:

Donnerstagabend so um 23.00 wurden die Wehen deutlich merkbar, vor allem so schön im Rücken, aber noch ohne jede Regelmäßigkeit. Fernsehen war blöd um die Zeit also sind wir irgendwann mit Ball und allen Decken / Kissen / Polster ins Schlafzimmer umgezogen. Da war es auch gemütlicher. Mein Mann hat noch ein wenig geschlafen, und ich zwischen den Wehen auch.

Um 3.00 ging es so richtig los mit Wehen alle 5-10 Minuten. Aber zwischendurch konnte ich mich noch gut entspannen und meinen Mann beruhigen das ich noch nicht sterbe

Um 4.00 hat der es nicht mehr ausgehalten und die Hilde angerufen, ich war da der Meinung das es wohl noch ein bisschen dauert und sie noch nicht kommen braucht. Knappe 20 Minuten später war ich da ganz anderer Meinung, und habe ihm befohlen ihr zu sagen sie soll jetzt losfahren. Er war dann so geistesgegenwärtig dran zu denken das die Folie noch aufs Bett muss und hat das Bett bezogen.

Um 5.00 war Hilde hier, hat mit dem Doptone nach dem Herzchen gehört und nach unseren Bericht gemeint sie geht davon aus das der Muttermund jetzt schon so 8 cm offen ist. Hat das Tasten aber freundlicherweise bleiben lassen. Die Herztöne waren prima und die junge Dame schien sich immer noch pudelwohl zu fühlen in meinen Bauch.

Ab da wurden die Wehen immer stärker und vor allem voll in den Rücken gezogen... Irgendwann habe ich mich bäuchlings auf einen Berg Kissen und Decken gekniet die auf dem Bett lagen, dann war es noch einigermaßen erträglich.

Um etwa viertel vor sechs hatte ich keine Lust mehr und habe und habe meinen Mann und Hilde gesagt die sollen egal was machen, mich ins Krankenhaus abtransportieren lassen / Betäuben EGAL, wenn´s nur vorbei ist. Komischerweise waren die beiden vollkommen uneinsichtig und haben steif und starr behauptet das wird schon und ich schaffe das schon *böseleute!!*

3 -4 Wehen später fingen die richtigen Presswehen an und nach 4 -5 Wehen wo ich richtig gespürt habe wie das Köpfchen sich runterarbeitet war der Kopf da und bei der nächsten Wehe das ganze Mädel. Die Fruchtblase ist irgendwann während die Presswehen erst kaputt gegangen. Keinen Dammriss oder Schnitt, nur eine leichte Schürfung.

Alles in allem eine völlig unkomplizierte Hausgeburt und von unser Mädchen eine Punktlandung am errechneten Termin. Hilde ist mit 5 riesige Taschen hier aufgetaucht, aber außer das Doptone, Handschuhe, spezielle Unterlagen, das Besteck zum abnabeln, Maßband und Babywaage hat sie nichts von das alles gebraucht. Ich denke ich will auch gar nicht wissen was die alles dabei hatte.