Norwigs Geburt - unsere dritte, das erste Mal zu Hause



Es ist nun schon elf Monate her, und es waren draußen winterliche Temperaturen, als ich am Abend des 19.01.06 um halb neun die ersten "richtigen" Wehen verspürte. Auf Anruf kamst Du, liebe Anette, zu uns, und der Abend plätscherte dann eine Weile dahin. Ich wurde müde und müder und - die Wehen wurden weniger dringend. Hm. Dann legten wir uns alle noch 'ne dreiviertel Stunde hin. Treffzeit war - soweit mir erinnerlich - um Mitternacht. Nix mehr mit Wehen. Nochmals legten wir uns hin. Mit derselben Wirkung bei einem so bequemen und müde-herausschiebenden Menschen wie mir. Dann - und diesen Satz werde ich nie vergessen - sagtest Du, liebe Anette sinngemäß (naja, wortwörtlich kann ich ihn nun doch nicht mehr garantieren): "Ich will hier ja nicht der Sklaventreiber sein; wenn Du willst, fahre ich noch einmal nach Hause, auch wenn ich dann gleich nach einer halben Stunde wieder von Dir gerufen werde. Dann komme ich sofort wieder... Jedoch ... - " Und das sollte so etwas heißen wie "Du hast es selbst in der Hand, etwas zu unternehmen." Das hat bei mir gezündet, und nach einer Bedenkminute platzte ich dann 'raus: "Ja, dann gehen wir jetzt auf die Straße und spazieren ein, zweimal um den Block." Es fror, und es war so herrlich-klare Luft, und die Sterne funkelten... glaub ich. Dabei kann sich nun jeder denken, wie schön die Wehen jetzt in Gange kamen. Nun ging ich drinnen noch einmal auf die Toilette, dann ins Klavierzimmer, während dieser Aufzählung geschahen schon wieder vier bis fünf Wehen, und ich stützte mich gerade noch ab am Klavier, da ging es richtig los, sodaß ich nicht mehr so schnell sprechen konnte, kaum die Hosen ausbekam, mich nur noch drei Schritte bis zum Sofa rettete... Die Anweisungen von Dir, liebe Anette, befolgend, nämlich auf "brrrrrrrrr" zu verpusten, um den Druck zu mildern, wurden wir mit dem Fehlen jeglichen Storchenbisses und nennenswerter Dammbeschädigungen belohnt. Meine Bewertung: "Die sanfte Geburt" - hier hat sie ihr wunderschönes Beispiel.

Hierfür - und auch für die treue, aufmerksame und überaus gütige Nachsorge und -Pflege bedanke ich mich - bei Euch dreien - im Namen meiner Familie ganz herzlich.


Hymne

Seid gegrüßt, Ihr hohen Frauen,
Hebammen genannt,
denn wenn Ihr haltet Eure zu heiligenden Hände hin und
hebet der Menschenwelt junges Leben stark und fest,
wie müßt Ihr hoch sein,
höchsten Sinnes,
erhabensten Mutes und
reinsten Herzens,
solch großes Werk zu vollbringen?

Wie wunderreich steht Ihr
im strahlenden Lichte der Sonne unserer Welt und
leuchtet und strahlt gar selbst von innen her, mit Eurer
Kraft und Wärme uns übersäend,
wie Goldfunken unser Herz berückend,
uns zur Seite gestellt nur wenige überglückliche Monde,
uns zärtlich schützend, stärkend, heilend, erfrischend.

Wisset um unser Vertrauen in Eure
Geborgenheit schenkende Güte.

Empfangt unsern ewig jungen Dank,
die Ihr heiliges Licht zu hüten, zu heben,
zu halten und zu vermehren wißt!