Punktlandung von David



David Meine Schwangerschaft verlief ohne große Komplikationen und die Frage der Geburt stand schon relativ früh im Raum. Wo sollte es sein, zu Hause wie bei meiner Schwester? Im Krankenhaus, wie bei meinen Schwägerinnen? Eine schwere Entscheidung. Dank dem Internet fand ich die Hebammenpraxis Wilkommen und rief gleich an, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren und um zu hören, ob überhaupt eine Hausgeburt für uns in Frage kam.

Hilde war die Hebamme, die in unserer Nähe wohnte. Sie kam Anfang Juli zu einem Gesprächstermin und ich merkte gleich: hier stimmt die Chemie! Ich wollte mich aber nicht sofort festlegen und beschloß gemeinsam mit Clemens noch den Kreissaal im Krakenhaus anzusehen, um mir sicher zu sein. Nach der Besichtigung des Kreissaals im Krankenhaus war der Anruf bei Hilde fällig: wir wollten die Hausgeburt, in Geborgenheit und gewohnter Umgebung ohne fremde Leute und Schichtwechsel!

Nach dem Anruf kam Hilde zu den regelmäßigen Gesprächs-/ und Kontroll Terminen zu mir nach Hause. Ich war so glücklich und fühlte mich bei Ihr so wohl. Vor Hilde brauchte ich mich nicht zu verstellen. Mit ihr konnte ich lachen, vor ihr konnte ich weinen. Und das Baby verhielt sich Hilde gegenüber auch ganz anders als in der Arztpraxis! Viel gelassener und entspannter.

So gerne hätte ich einen Skorpion gehabt. Nachdem die Rufbereitschaft von Hilde am 11.11.2007 begonnen hatte stand dem auch nichts im Wege. Fast nichts. Ich redete dem Baby täglich gut zu, das es ab nun kommen dürfe, dass es in Ordnung sei und Hilde uns ab jetzt bei der Geburt zur Seite stand. Nichts tat sich, auch die täglichen Spaziergänge halfen nichts. Das Sternzeichen des Skorpion ging zu Ende, ohne das sich auch nur das geringstet getan hätte.

Im Mutterpass war der 7.12.2007 als vorraussichtlicher Geburtstermin eingetragen. Es ging auf Ende November zu und ich konnte nicht sagen, dass all die typischen Anzeichen einer nahenden Geburt auf mich zutrafen. Keine Hamsterkäufe, keine Putzattaken und kein ausgeprägter Nestbau. Alles war wie immer, ich war schwanger.

Von Samstag auf Sonntag Nacht ging der Schleimpfropfen ab, ich freute mich, ich hatte schon so viel drüber gelesen. Nun ging es los, die Anzeichen einer nahenden Geburt, ich war so aufgeregt, so voller vorfreude. Ich teilte das Ereignis gleich Hilde mit und wollte auch gleich wissen, wie lange es noch dauern kann, bis es endlich „richtig“ losgeht. Ihre Aussage war weniger befriedigend, noch 3 bis 5 Tage warten, vielleicht auch länger? Es ist wie es ist und wir warteten.

Mittwoch abends (5.12.) ging Fruchtwasser ab, ohne die kleinste Wehe. Die nächste Hürde zur Geburt war genommen, aber war das gut? Ein erneuter Anruf bei Hilde war fällig und sie beruhigte mich, es kann nichts passieren und dass nun Fruchtwasser abging sei auch nicht außergewöhnlich, es kann noch dauern, bis sich was tut. Es kann noch dauern, wie lange noch? Wir verabredeten einen Termin für den nächsten Vormittag, vielleicht wird es doch ein Nikolaus. Hilde untersuchte mich, dabei stellte sie fest, dass der Muttermund bereits geöffnet ist, sie konnte das Köpfchen schon fühlen. Es tat sich was!

Um die verbleibende Zeit zu nutzen gingen Clemens und ich nochmal einkaufen, das nötigste, was eben noch fehlte. Und während des Einkaufs begannen die Wehen. Erst leicht, wie Seitenstechen, und dann immer stärker, unregelmäßig aber durchaus spürbar. Es war Zeit wieder nach Hause zu fahren.

Wir luden die Einkäufe aus und versuchten uns zu entspannen. Ich versuchte es in der Badewanne, bei einem Entspannungsbad. Ich hielt es in der engen Badewanne nicht lange aus, ich fühle mich so hilflos, ich musste sofort da raus. Da stand für mich fest, das ich das Baby auf keinen Fall in der Badewanne bekommen werde. Ich zog mich an und begann in der Wohnung auf und ab zu laufen. Die Wehen wurden immer heftiger, die Abstände immer kürzer und es wurde Zeit Hilde anzurufen. Um 18.00 Uhr war sie da und eine Stunde später war auch Nora anwesend. Ich lief Meter um Meter in der Wohnung ab, tönte und schrie.

Es gab große Vortschritte aber auch Blockaden, die ich lösen musste. Hilde fragte mich immer wieder nach meinem Körpergefühl, ich war erstaunt, wie gut ich meinem Gefühl und meinem Körper trauen konnte! Der Muttermund öffnete sich nach und nach, leider kam ich an einen Punkt, an dem eine größere Blockade auftrat. Diese zu lösen stellte nicht nur mich, sondern auch Hilde, Nora und Clemens vor eine schwere Aufgabe. Sie versuchten mich nach Kräften zu Unterstützen, boten mir verschiedene Positionen an, um die Blockade zu lösen, aber nichts half wirklich gut.

Die Blockade löste sich ganz von alleine bei einem Toilettengang. Ohne das ich es wirklich beeinflussen konnte entschied sich unser Baby im Badezimmer zur Welt zu kommen. Mit dem Nikolaus, das wurde nichts. Aber dank der Unterstützung von Hilde und Nora kam David am 7.12.2007 genau wie errechnet auf die Welt. Also zählen wir zu den 4% aller Eltern die ihre Kinder am errechneten Geburtstermin zur Welt bringen, bei uns auf natürlichen Weg und auch noch zu Hause.

Es war eine wundervolle Erfahrung und für uns steht fest, dass jedes weitere Kind von uns auch zu Hause zur Welt kommen soll, wenn es vorher keine Komplikationen gibt. Wir möchte hier nochmal unseren Dank für die Unterstützung durch Hilde und Nora zum Ausdruck bringen. Vielen Dank für die tollen Erfahrungen!


Bianca & Clemens mit David