Tatjanas Geburt


Ungeahnte kräfte
von oben
nach unten
von innen nach außen
erde und licht
laß los
du und ich
Tatjana

Unsere erste Tochter Natascha wurde am 03.10.2002 im Osan Geburtshaus in Seeheim-Jugenheim geboren.
Zwischenzeitlich wohnten wir in London, wo ich kurz nach dem Umzug schwanger wurde. Die Schwangerschaft verlief unkompliziert, außer das ich weniger Ruhe hatte, da mich meine erste Tochter Natascha auf Trapp hielt und ich oft nach Deutschland flog, um Familie und Freunde zu besuchen.
Dann entschieden wir uns, Ende des Jahres nach Deutschland zurückzukehren. Der errechnete Geburtstermin von Tatjana war der 15.11.2004.
Tatjana sollte in unserem neuen Haus zur Welt kommen.
Warum sollte Tatjana zu Hause zur Welt kommen ?
Uns war wichtig, das die Geburt so natürlich wie möglich verlaufen sollte. Wie oft hatte ich von anderen Müttern gehört, das in Krankenhäusern mal schnell ein Dammschnitt gemacht wurde oder sie an einen Wehentropf gehängt wurden. Dauerte die Geburt länger wurden sie von verschiedenen Hebammen betreut.
Außerdem war uns die Atmosphäre sehr wichtig. Zu Hause konnte ich es mir so einrichten, wie ich es brauchte. Wichtig war uns auch, das Tatjana nach der Geburt gleich zu Hause war und wir uns zusammen ungestört aneinander gewöhnen konnten. Sie konnte ihren eigenen Rhythmus finden.
Mein Gefühl sagte mir, das dies für mich und Tatjana der richtige Weg ist.
14 Tage vor dem errechneten Geburtstermin zogen wir in unser neues Haus ein. Die Umzugskisten stapelten sich, die Küche war noch nicht da und alles war noch ziemlich chaotisch. Zu allem brach mein Mann sich noch den Arm.
Trotzdem wollte ich Tatjana zu Hause bekommen und so richtete ich zuerst das Schlafzimmer gemütlich ein.
Ich kaufte Kerzen, Rosenöl und eine wundervolle Musik für die Geburt. ( Shaina Noll- Songs for the Inner Child )
Meine Hebamme Sandra besuchte mich jetzt regelmäßig. Zum Glück störte sie das Chaos überhaupt nicht.
Und dann war es soweit. Morgens 8.Uhr sprang die Fruchtblase. Ich stand auf, machte Frühstück und räumte noch schnell das Schlafzimmer auf.
So gegen 9.Uhr rief ich Sandra an und informierte Freunde, die sich um Natascha kümmern wollten.
Gegen 10.30 Uhr kam Sandra. Ich war ruhig und entspannt. Heute, an einem sonnigen Tag, sollte es soweit sein. So langsam setzten die ersten Wehen ein und Sandra und mein Mann wichen mir nicht mehr von der Seite. Gegen 11.Uhr holte ein Freund Natascha ab. Dann nahm ich ein warmes Entspannungsbad. Die Wehen waren mittlerweile sehr heftig und so versank ich immer mehr in eine eigene Welt. Jens und Sandra waren bei mir und standen mir bei. Später ging ich ins Schlafzimmer. Dort schien schummriges Licht, Kerzen strahlten, meine Wunschmusik spielte leise und das Rosenöl duftete. Die Atmosphäre war wunderschön und passte für mich und Tatjana hervorragend. Die Schmerzen waren heftig, aber ich fühlte, das es Tatjana gut ging und ich konnte beruhigt loslassen. Wenn ich mal nicht mehr konnte, nahmen Jens und Sandra meine Hand und gaben mir Mut und Zuversicht.
13.51 Uhr kam Tatjana zur Welt. Sie lag zwischen meinen Beinen. Vorsichtig nahm ich sie hoch und legte sie nackt auf meinen Bauch. So konnte sie mich spüren. Jens lag neben mir. So genossen wir die ersten Minuten mit unserer Tochter in einer ganz intimen Atmosphäre.
Tatjana wog 3500 Gramm und war gesund und munter. Schnell wollte sie an meine Brust. Ich empfand es als sehr angenehm, das Sandra die Nabelschnur nicht sofort durchtrennte. Ich hatte keinerlei Verletzungen oder Risse am Damm.
Später bestellte Jens eine Familienpizza, die wir dann alle zusammen im Bett verspeisten.
So gegen 18.Uhr wurde Natascha gebracht. Sie stürmte zu mir ins Bett und bestaunte ihre neue Schwester. Alle vier zusammen kuschelten wir ausgiebig und verbrachten die erste Nacht in unserem Bett, wo ich vor Glück noch lange wach lag und neben mir das leise Atmen und glucksen meiner Tochter Tatjana hörte.

Vielen Dank Sandra !
Jens und Andrea, Februar 2005